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Die Hanbury Gärten ![]() Kurz vor der Grenze zu Frankreich an der Straße nach Ponte S. Luigi, nachdem Sie Ventimiglia und Latte hinter sich gelassen haben, gelangen Sie vor ein großes Tor, daß Ihnen die schönsten Parkanlagen Liguriens erschließt. Mit einer Unzahl an Blumen und tropischen Pflanzen ist der Garten ein Schmuckstück der Botanik. In der Nähe finden Sie auch die Grotte dei Balzi Rossi (Rote Felsen). Hier wurden Überreste prähistorischer Menschen und heute ausgestorbener Tiere und Pflanzen gefunden. ![]() Die Hanbury-Gärten bedecken das Vorgebirge Mortlola ganz in der Nähe des Weilers Latte die Ventimiglia. Begündet wurde sie von von Thomas Hanbury, gebürtig aus London und in Shanghai zu Reichtum gekommen, der in diesen Küstenabschnitt mit seinem milden Klima schlicht und einfach verliebt war. In einer strategisch günstigen Position gelegen, verfügen die Gärten über eine große Auswahl von Panoramapunkten. Den Rahmen bieten eine übppige Vegetation, wo mediterrane Macchia neben den exotischen Vertretern der Pflanzenwelt gedeiht. Insgesamt handelt es sich um ca. sechstausend verschiedene Arten, die alle im Freien wachsen. ![]() Das Ergebnis ist denn auch ein kleines Paradies, ein Zauberpark, ein auf der Welt einzigartiger botanischer Garten, wo jede Blüte, jede Pflaze, jeder Strauch, jede Hecke katalogisiert ist. Die Anlage des Gartens, deren Veränderungen im Laufe der Jahre neuen Tendenzen in der Gartenbauarchitektur und der Botanischen Forschung Rechnung trugen, versuchte vor allem die historische Via Julia Augusta miteinzubeziehen. Das am besten erhaltene Stück dieser antiken Römerstraße befindet sich noch heute im Innern des Gartens: Indem man auf die vorherrschende Straßenstruktur Rücksicht nahm, wurden alle anderen Wege quer oder längs zu dieser gezogen. ![]() Bewahrt wurden auch die antiken Stützmauern, die Lichtungen und die alte zum Meer abfallende Umfiedungsmauer. Verbunden wurden die einzelnen Ebenen mit Treppenaufgängen, Rampen und kurvig gezogenen Stufen. Das Ziel der gesamten Familie Hanbury (Sir Thomas, Sohn Cecil und Schwägerin Dorothy Symons) bestand darin, in den abgelegeneren, schlecht zugänglichen Zonen die Vegetaion sich selbst zu überlassen und wo nötig, den Baum- (Pinien jeglicher Art und Olivenbäumen) und Strauchbestand (Myrthe, Lorbeer, Rosmarin und Ginster) zu verdichten. Längs des Baches wurde Oleander gepflanzt, in den Schattenzonen und im oberen Teil Glyzinien und Flieder. Das Mauerwerk erhielt Passionsblumen und Rosen, Efeu und Begonien. Hängegeranien und Pelargonien ranken an den Terrassen. Im Südteil des Gartens, wo die Beete eher unregelmäßig gepflegt werden, wurden Agaven, Aloe, Opunzien, Kakteen, Eurobien und Yuccapalmen gepflanzt. ![]() Zusätzlich entstanden der Palmengarten, der Astralwald und monochromatische Gärten in rosa, weiß und orange mit einjährigen Pflanzen, die von exakt geschnittenen Hecken eingerahmt werden. Die Schönheit der Obst- und Agumenpflanzungen unterstreichen eine Blütenwiese aus Anemonen, Fresien, Iris, Krokussen, Jonquillen und Blausternen. Zur harmonischen Abrundung der gesamten Lage wurden auf verschiedenen Ebenen Skulpturen, Brunnen und Wasserbecken, Kolonaden und Säulen, Amphoren, Steinbänke und kleine Tempel angebracht. ![]() Auch der Palazzo der Markgrafen Orengo di Ventimiglia (das Hauptgebäude der Besitzung) wurde erhalten und erfuhr fast keine Veränderungen. Das Einfügen von neuen Arbeitsräumen brachte allerdings mehr Bequemlichkeit mit sich, ebenso wie die Erhaltung des Turmes zu Panoramazwecken, der Bau von Terrassen, Bogenloggien und ein Eingangsportal. ![]() Die Dienstgebäude wurden entsprechend ihrer Funktion auf das Gelände verteilt: unten die Treibhäuser, die fürs Personal bestimmte Casa Bellini, am östlichen Ufer des Sorba-Baches ein Bauernhaus für wissenschaftliche Zwecke und ein erstes Museum für die von Sir Thomas gesammelten archäologischen Funde. In der Ebene das Gärtnerhaus, die Kuhställe, die Casa Natalni, der Heuschober und die Wohung des Kustoden. Um die Bewässerung der verschiedenen Kulturen zu vereinfachen, waren außer der Nivellierung des Erdreichs auch aufwendige Arbeiten zur Wassersammlung und -verteilung nötig. Heute gehören die Gärten dank einer Stiftung der Familie Hanbury dem italienischen Staat, während die Pflege und Verwaltung dem Institut für Botanik der Universität von Genua untersteht ![]() |
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