Arma di Taggia ist heute ein renomm iertes Seebad, doch vor noch nicht allzu langer Zeit war es nur ein einfaches Fischerdorf. Dank seiner weiten Sandstrände und sonnigen Uferpromenade zieht es nun seit mehr als 40 Jahren Touristen an, was zu einer regen Bautätigkeit führte. Die Einwohnerzahl Armas ist beträchtlich höher als die Taggias. Der Ort verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur: mit Hotels, Ferienwohnungen, Strandbädern und zahlreichen modernen Lokalen sowie einem vielseitigem Freizeitangebot. An der Mündung des Argentina- Flusses befindet sich ein kanalartiger Jachthafen.
Doch ist die Ökonomie Arma di Taggias nicht nur vom Tourismus geprägt. Der zwischen dem 7. und 8. Jh. von Benediktinermönchen eingeführte Olivenanbau ist noch heute ein lukrativer Erwerbszweig. So ist in der ganzen Welt die Olivenart „Taggia“ bekannt, ebenso geschätzt wird im Ausland der hier produzierte Moscatello –Wein. Im Hinterland von Taggia, wie übrigens an der ganzen Riviera, wird seit 100 Jahren die Blumenzucht gepflegt.
Taggia
Hoch auf dem Hügel thronend, von trutzigen Wehrmauern umgeben, nimmt das mittelalterliche Taggia unter historisch-architektonischen Gesichtspunkten eine Sonderstellung an der westlichen Riviera ein. Bevor man das Ortszentrum betritt sollte man sich das San Domenicokloster ansehen, ein bedeutendes Kunst- und Kulturzentrum, das 1490 errichtet wurde. Die im Laufe der Jahrhunderte oftmals umgebauten und erweiterten Kirchen- und Klostergebäude wurden in den 30er Jahren originalgetreu restauriert. Besonders sehenswert über dem Hauptportal ein Relief aus dem 16. Jh., welches die „Pietà“ darstellt. Ein extra eingerichteter Saal beherbergt das Museum. Im dem sich zahlreiche Gemälde befinden, darunter eine „Krönung der Jungfrau und der Heiligen“, ein Frühwerk des Genuesen Gioacchino Assereto sowie einige Bilder von Ludovico- und Francesco Brea.
Auch heute kann man das Stadtzentrum von Taggia nur durch die Stadttore betreten, die zur im 16. Jh. errichteten Stadtmauer gehören. Jenseits des Pretoria-Tors geht man weiter auf der Via San Dalmazzo entlang, wo einige der schönsten der mehr als 100 mittelalterlichen Eingangsportale zu bestaunen sind. Diese waren in der Vergangenheit wesentlicher Bestandteil der Adelspalais und hatten nicht nur eine dekorative Funktion, an ihnen konnte man die den Stammbaum, die politische Richtung und die Religionszugehörigkeit der Besitzer ablesen. Über die Via Santa Lucia erreicht man den ältesten Kern des Städtchens. Hier kann man noch den Hausturm sehen, der als Sitz des Rathauses diente sowie zwei Pforten, Soprana und Sottana, die eine Bresche in die Stadtmauer bilden. Steigt man den Hügel hinauf, erreicht man die von den Einheimischen liebevoll als „Akropolis“ bezeichnetet Festung. Die Akropolis von Taggia ist sehr unregelmäßig in ihrer Formgestaltung. Man geht davon aus, dass ihre Ursprünge bis ins 7. Jh. zurückreichen. Bei einer Besichtigung von Taggia darf man sich auf keinen Fall die imposante Jungfrauen-Bastion entgehen lassen.