Riviera Côte d’Azur Zeitung

Das Preisloch der Italienischen Riviera

Ligurien, immer noch wenig bekanntes Kleinod am Mittelmeer, hat sich bis heute seine spröde Ursprünglichkeit bewahrt. Trotz einmaliger Lebensqualitüt ist diese klimatisch priviligierte Region nie zum Immobilien-Modemarkt Südeuropas geworden.

Ligurien erstreckt sich von Ventimiglia an der französichen Grenze bis anch La Spezia, wo es an die Toskana stößt. Hauptstadt ist Genua. Östlich Genuas liegt die Riviera di Levante, westlich die Riviera di Ponente, Portofino, Santa Marherita, Alassio, Imperia, San Remo und Bordighera sind die bekanntesten Städte der italienischen Riviera.

Entdeckt wurde Ligurien zeitgleich mit der Côte d’Azur von der englischen Aristrokratie. Ab 1860 ließen sich die wohlhabenden Industriellen Nordeuropas in einigen dieser Badeorte imposante Villen als Wintersitze erbauen.

Für den hohen Freizeit- und Erholungswert sorgen heute die sauberen Strände, das wenig belastete Mittelmeer und ein unberührtes Landesinnere ohne Industrie, dafür aber mit vielen kleinen, romantischen Dörfern und ausgedehnten, immergrünen Olivenwäldern. Man findet hier eine ursprüngliche, wenig zersiedelte, durch und durch mediterrane Landschaft. In den oft autofreien Dörfern des Landesinnern läuft das Leben mit einem mediterranen, bäuerlichen Rhythmus ab, erholsame Orte für den streßgeplagten Teilnehmer der Wttbewerbsgesellschaft aus den Großstädten Mitteleuropas.

Die Dörfer im Landesinnern sind oft Jahrhunderte alt und liegen in einer tausendjährigen Kulturlandschaft, in der seit Menschengedenken Ölbaumwälder kultiviert werden. Aus den Früchten wird im Winter das Feinschmecker-Olivenöl Liguriens gepreßt. Gourmets begeistert ein hervorragendes gastronomisches Angebot.

Mit einer ruhigen Analyse der Fakten stickt Ligurien die Nachbar_Regionen im nördlichen Mittelmeer in vielen Aspekten aus. Zusammen mit der Côte d’Azur hat die westliche Küste Liguriens, die Riviera di Ponente, das beste europäische Klima, gute Verbindunge mit privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln und außerdem ein preiswertes Immobilienangebot in Dörfern unweit der Küste.

All diese Aspekte ergeben eine Kombination von Vorteilen für Zweitwohnsitzverkäufer, die von keiner Region des nördlichen Mittelmeerraumes überboten werden.

Dennoch hat es Ligurien seit der Existenz des Ferien- und Zweithausmarktes in südlichen Gefilden nicht geschafft, zum Modemarkt für Käufer aus dem Norden zu werden, wie vor einigen Jahren die Toscana oder heute Mallorca.

Der preiswerte Immobilienmarkt des Landesinnern in Ligurien ist fas ausschließlich Kennern bekannt und wird immer noch als Geheimtip gehandelt. Die Nähe und das milde Klima haben Ligurien zum Naherholungsgebiet mit nur zwei Sunden Autofahrt für den reichen Norden Italiens werden lassen. Im Winter, wenn Turin und Mailand unter einer dichten Nebeldecke liegen und die Bewohner der Ballungszentren des Nordens vom Smog geplagt werden, zieht es viele Torinesi und Milanesi an die milden, sonnigen und smogfreien Küstenorte Liguriens.

Im Sommer wie auch in der Vor- und Nachsaison macht der wohlhabende Norditaliener oft einen Wochenendurlaub in den schicken Orten der Riviera. Diese Immobiliennachfrage hat die Preise des Küstenmarktes hochgetrieben und besonders die Modeküste Riviera die Levante und viele Küstenorte auf ein Preisniveau gebracht, das einen Kauf für eine Zweitdomizilnutzung in der Regel praktisch ausschließt.

Durch die fehlende nationale Nachfrage in den Immobilienmärkten des Landesinnern haben sich hier die Preise auf einem niedrigeren Niveau halten können. Angeboten werden hauptsächlich sanierte oder nicht renovierte Dorfhäuser. Baugrundstücke oder Neubauten sind wegen des extrem restriktiven Flächennutzung sehr selten im Markt.

In der Regel ist kein Garten an den im Dorfverband verschachtelten Häusern. Den Gartenersatz stellt oft die Dachterasse mit herrlichem Blick und viel Sonne dar. Bis auf wenige Ausnahmen sind in Ligurien praktisch keine Landsitze ound Bauernhöfe wie in der Toscana oder im Piemont zu finden.

Preislich besonders unterbewertet sind Häuser in Dörfern, die zwischen 15 bis 30 Kilometer von der Küste entfernt liegen. Ein gutes Angebot davon findet man in den Tälern der Riviera die Ponente.

Hier, in den vielen kleinen Orten des “Olivengürtels”, ist das Angebot breit, und die Preise sind noch mäßig. Das Preisloch konzentriert sich in den Tälern um Albenga, Diano Marina, Imperia, Arma di Taggia, San Remo und Ventimiglia.

Für nicht renovierte Dorfhäuser in diesem Bereich Liguriens sollte man mit DM 800 bis DM 1.000 pro qm rechnen. Ansprechend und qualitativ hochwertig saniere Häuser liegen zwischen DM 2.000 bis DM 3.000 pro qm. Wohnungen an der Küste beginnen bei DM 3.000 und gehen bis DM 10.000 pro qm, Einfamilienhäuser mit Garten sind ab DM 500.000 zu haben.

Die schicke Küste der Riviera di Levante hat hingegen deutlich höhere Immobilienpreise. In den Postkartendörfern der Cinque Terre oder um Portofino sind kaum Anbieter im Markt. Die seltenen Angebote gehen zu Spitzenpreisen an betuchte Käufer auf der Warteliste.

In der Regel liegen die Immobilienpreis der Riviera di Levante um 30 bis 50 Prozent höher als an der Ponente.

Einen Immobilien-Preisverfall Anfang der neunziger Jahre wie die südfranzösichen Märkte hat Ligurien nie erlebt, die Preise sind stabil geblieben. Die Transaktionskosten für den Käufer liegen bei etwa 11 Prozent für die die Grunderwerbsteuer, tassa die registro, die auf den deklarierten Käufpreis erhoben wird. Die übliche Unterverbriefung von bis zu 50 Prozent des Kaufpreises it in Italien allen Beteiligten bekannt und wird von den Behörde gedultet.

Hinzu kommen die Notarhonorare und –gebühren von etwa DM 2.000 bis DM 5.000. Beim Kauf über einen Vermittler wird man versuchen, ebenfalls vom Käufer eine Kommision zu erhalten.

Eine Finanzierung vor Ort der Immobilieninvestition in Ligurien ist wegen der fehlenden Bereitschaft der italienischen Finanzierungsinstitute, Käufe von nicht ortsansässigen Kreditanwärtern zu finanzieren, in der Regel nicht üblich. Ausnahmen sind möglich, aber wegen der Umständlichkeit der Finanzierungsinstitute eine mühsame Prozedur.

Als Alternative biete sich ein Finanzierung in Deutschland über eine Bausparkasse an.

Die Landesbausparkasse bieten eine Finanzierung mit dem Programm CASA EUROPEA. Die Beleihungsgrenze liegt bei max 64 % des Verkehrswertes, die Zinsen bei 4,5 % p. a. für eine Bausparvertragsfinanzierung und bei 6,9 % p.a. für eine Vorfinanzierung bis zur Zuteilung des Bauspravertrges. Die Bearbeitungszeit beträt etwa zwei Monate. F.W.D
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