Turin ist bekannt als die Stadt der Schokolade und der Kaffeehäuser, des FIAT’s und der berühmten Fußballmannschaft JUVE (Juventus Turin). Aber Turin hat neben diesen Dingen noch viel mehr zu bieten!
Die von Ascanio Vittozzi entworfene Piazza Castello bildet den Mittelpunkt des historischen Zentrums. Bei der Gestaltung hat er auf ein einheitliches Aussehen im Barockstil geachtet.
Auf der Mitte der Piazza steht der Palazzo Madama, der seinen Namen von den beiden „Madama Reales“ Maria Christine von Frankreich und Maria Giovanna Battista di Savoia-Nemours, die diesen Palast einige Jahre bewohnten und gestalten ließen, erhalten hat. Der Palazzo schließt ein altes Stadtor, das Porta Praetoria, ein, welches man noch heute im Innern besichtigen kann. Der Palazzo beherbergt heute das Museo Civico d’Arte Antica – die städtische Sammlung antiker Kunst.
An der Nordseite der Piazza befindet sich der Palazzo Reale (Di – So 8:30 – 18:20), der von Amedeo di Castellamonte gebaut wurde und später von den Herzögen und Königen von Savoyen bewohnt wurde. Von dem Palast blickt man auf die Piazzetta Reale, ein kleiner von Gitterstäben abgetrennter Platz mit den Statuen von Castor und Pollux. Im Ostflügel des Palazzo befindet sich eine der größten Waffenkammern Europas – die Armeria Reale.
Gleich nebenan ist die Biblioteca Reale, die 185 000 Bücher, 2000 Zeichnungen und 4300 Drucke u.a. auch Werke von Leonardo da Vinci, Raffael, Dürer und Rembrandt beherbergt. Die Werke der Meister bekommt man allerdings nur auf Nachfrage zu sehen.
Die Kirche San Lorenzo besitzt außen eine turmartige Kuppel und eine relativ schlichte Fassade. Der Innenraum ist jedoch sehr prächtig und pompös gestaltet und gilt als das Meisterwerk von Guarino Guarinis.
An der Ostseite des Platzes befindet sich das 1936 bei einem Brand bis auf die Fassade zerstörte Teatro Regio, indem die Uraufführungen von Puccinis Opern „La Bohème“ und „Manon Lescaut“ stattfanden.
Das einzige Gebäude im Renaissance-Stil Torinos ist der Duomo San Giovanni Battista, in dem sich die Cappella della Sacra Sindone befindet.
1997 wurde diese Kapelle jedoch durch einen Brand stark zerstört und man beschloss damals das Grabtuch Christi – was man bis zu diesem Zeitpunkt dort besichtigen konnte unter Sicherungsverwahrung zu nehmen. Man kann heute jedoch ein Duplikat besichtigen. Das Originaltuch wird nur noch zu ganz besonderen Festen hervorgeholt.
Der Palazzo Carignano war einst das Geburtshaus von Carlo Alberto und dem späteren König Italiens – Vittorio Emanuele II. Später wurde es erst piemontesischer und dann italienischer Parlamentssitz. Noch heute kann man neben dem gut erhaltenen Parlamentssaal das Museo Nazionale del Risorgimento Italiano (Di-So 9:00 – 19:00) besichtigen und alles Wissenwerte über die italienische Einigung erfahren.
Im Palazzo della Accademia delle Scienze am Piazzo San Carlo befindet sich eine der größten ägyptischen Sammlungen das „Museo Egizio“ (Di-So 8:30 – 19:30, www.museoegizio.org). Hier kann man neben Schmuck, Möbeln, Pharaostatuen und Gräbern im Untergeschoss ein Stück der freigelegten römischen Stadtmauer von Torino besichtigen. Im oberen Stockwerk befindet sich die Galleria Sabauda (Di, Fr-So 8:30 – 14:00, Mi 14:00 – 19:30, Do 10:00 -19:30), die wundervolle Werke der italienischen und europäischen Kunst des 14. bis 18. Jh. besitzt.
Die Zwillings kirchen San Carlo und S. Christina an der Südseite der Piazza San Carlo geben dem Platz ein harmonisches Bild. Aber nicht nur deswegen, sondern auch wegen der traditionellen Kaffeehäuser (z.B. San Carlo und Torino) und den kleinen Bars ist er der Treffpunkt der Turiner.
Die sich an den Platz anschließende Via Roma bildet mit der Via Garibaldi und der Via Po die Shoppingmeile Torinos.
Liebhaber der Modernen Kunst kommen in Torino auch auf ihre Kosten. Die Galleria d’Arte Moderna e Contemporanea kurz GAM genannt, befindet sich in der Via Magneta 31 (Di-So 9:00 – 19:00, www.gamtorino.it).
Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt und zugleich das höchste in Mauerwerk gearbeitete Gebäude Europa’s (167,5 m) ist die Mole Antonelliana. Viele kennen sie bestimmt schon von der Rückseite der italienischen 2 Cent-Münze. Sie beherbergt heute das Museo Nazionale del Cinema (Di-Fr/So 9:00 – 20:00, Sa 9:00 -23:00, www.museonazionaledelcinema.it). Hier kann man die Geschichte des Kinos vor allem in Italien anhand von ausgewählten Filmen näher kennen lernen. Außerdem gibt es noch eine Sammlung von alten Filmkameras, einigen Filmrequisiten und Kinoplakaten. Ein Muss für jeden Filmliebhaber!
Danach sollte man es nicht verpassen auf die Aussichtsgallerie der Mole zu gehen. Von hier hat man einen wunderschönen Blick über Torino.
Zum Spazier engehen lädt der Parco Valentino mit seinem botanischen Garten ein. Von dem Monte dei Cappuccini hat man einen atemberaubenden Blick über Torino und Umgebung.
Wer sich für das Mittelalter interessiert, darf das Borgo Medievale (Borgo tgl. 9:00 – 20:00, Rocca und Museum Di-So 9:30 – 18:15) – eine Nachbildung eines mittelalterlichen Burgdorfes, wie sie zu jener Zeit in Piemont existierten, nicht versäumen.
Abends findet bei den Murazzi – den 1830 errichteten Kaianlagen, die früher als Wäscherei und Gerbereien benutzt wurden, das Nachtleben statt. Hier sind unzählige Discotheken und Pubs. Tagsüber kann man hier schöne Bootsausflüge auf dem Po machen.
Das berühmte „Museo dell’ Automobile Carlo Biscaretti di Ruffa” am Corso d’Unità d’Italia 40 (Di/Mi/Fr/Sa 10:00 – 18:30, Do 10:00 – 22:00, So 10:00 – 20:30) besitzt über 170 Fahrzeuge aus aller Welt.
Wenn Sie unter der Woche (Mo-Fr vormittags) in Torino sein sollten, dann besuchen Sie doch den größten Lebensmittelmarkt Europas, den Mercato di Porta Palazzo auf dem Piazza della Republica.
Ein kleiner Tipp: Kaufen Sie sich an den Turismo Infostellen in Torino eine Torino Piemont Card für 18 € (48 h gültig). Damit haben Sie:
- freien Eintritt in mehr als 140 Museen, Schlösser, Ausstellungen;
- viele Ermäßigungen bei Choco-Pass (auch in Infostellen erhältlich), Opern, Theater, Konzerte;
- freie Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel;
- freie Benutzung des Tourismusbuses Torino, Panoramalift d. Antonelliana Mole, Booten auf dem Po.