Natur

Die Landschaft Liguriens besteht zu 60% aus Bergen und zu 30% aus Hügeln

Die Landschaft ist dadurch sehr unterschiedlich und wechselt zwischen mittelmeerischer Vegetation und alpiner Landschaft

Flora & Fauna

Fast 12% der ligurischen Landschaft besteht aus nationalen und regionalen Parks, die unter Naturschutz stehen

Unter den bekanntesten sind zweifellos der Cinque Terre Nationalpark (in der Provinz La Spezia) und der Portofino Regionalpark (in der Provinz von Genua). Es gibt auch weitere schöne Schutzgebiete wie z.B. der sogenannte Santuario dei Cetacei (ein Küstengebiet, das Ligurien, Toskana, Corsica, Sardinien und die französische Region Provence/Cote d´Azur umfasst und das von vielen marinen Säugetieren besiedelt ist) und die Hanbury Gärten (in der Nähe von der französischen Grenze).

Aufgrund der geographischen Lage, der komplexen Geomorphologie und der klimatischen Besonderheiten

gibt es in Ligurien eine beachtenswerte und vielfältige Flora mit über 3200 Arten. Die Fauna Liguriens weist ebenso wie die Flora interessante Arten auf, Endemismen, die sich in langer Zeit angepasst oder durch Isolation herausgebildet haben.

Flora

Der Grundtypus der Vegetation ist mediterraner Art

Der Grundtypus der Vegetation ist mediterraner Art; im Westen haben sich auch Arten aus der Provence und aus den Pyrenäen angesiedelt, in den Höhenlagen sind alpine Pflanzengesellschaften anzutreffen. Im großen und ganzen ist die Landschaft durch Nutzpflanzen geprägt, in erster Linie von ölbaum, Wein und Esskastanien. Weiterhin wichtig sind Zitrusbäume, überhaupt Obstbäume, die in den Küstenebenen in Plantagen und im Hinterland auf Terrassen gezogen werden;

selten sind in Ligurien die auf Aufforstungsmaßnahmen zurückzuführenden Nadelwälder. In den Fremdenverkehrsorten wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s viele Arten eingeführt, vorwiegend aus Nordafrika wie die Palmen, die zum Symbol der Riviera geworden sind, oder aus Asien wie die Magnolie. Das ligurische Klima ermöglicht das Wachstum dieser Arten, die häufig die autochthone Flora verdrängt haben.

Ein herausragendes Beispiel dafür sind die Hanbury-Gärten am Camp Mortaola bei Ventimiglia, die auf Initiative von Thomas Handbury von dem deutschen Gärtner Ludwig Winter angelegt wurden; auf Winter geht überhaupt die Entwicklung der südwestlichen Ponenet zur „Blumenriviera“ zurück.

Die an der Riviera am häufigsten anzutreffenden Palmenarten – die man an vielen Strandpromenaden sehen kann – sind die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) mit dickem, gedrungenem Stamm und die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera) mit hohem, schlankem Stamm.

Für die Ausbildung von Endemismen, d.h. Pflanzen, die es nur hier gibt, waren vor allem die Eiszeiten bestimmend, die die Wanderung vieler Arten nach Süden bewirkten. Die heute anzutreffenden Exemplare dieser Pflanzen sind sozusagen „lebende Fossilien“ der europäischen Flora und von außerordentlicher wissenschaftlicher Bedeutung. Am ergiebigsten zeigt sich der äußerste Westen Liguriens mit den Bergmassiven Toraggio und Pietravecchia

Küstenstreifen - Macchia: 0 - 200 m ü.d.M.

Die ursprüngliche Macchia ist im intensiv vom Menschen umgestalteten Küstenbereich nur noch an den Stellen anzutreffen, die für die landwirtschaftliche Nutzung nicht geeignet sind. Die ligurische Macchia, die bis etwa 400 m Höhe reicht, wird im wesentlichen von Ginster, Euphorbien ( z.B. Baumartige Wolfsmilch, Euphorbia dendroides), Zistrosen (Cistus salvifolius, albidus monspeliensis), der Roten Spornblume (Centranthus ruber), Mastixbaum, Myrte, Erdbeerbaum, Steineiche (Quercus ilex), aromatischen Kräutern wie Thymian,

Hügelstufe: 200 – 800 m ü.d.M. 

In der Hügelstufe dominieren die Olivienhaine, die silbergrün schimmernd einen Großteil der Region überziehen und im Westen bis in eine Höhe von 800 m vorstoßen. In diesem Lebensraum findet man Narzissen (Narcissus psuedo-narcissus, Narcissus peoticus), das Liliengewächs (Alium nigrum), den Krummstab ( Arisarum vulgare) und zahlreiche Arten von Orchideen der Gattung Orchis (maculata, mascula, militaris) und der Gattung Ophrys (sphegodes, fuciflora, apifera, arachnitiformis, fusca, bertolonii); letztere sind für ihr Mimikry von Bienen, Hummeln usw. bekannt.

Sonst sind hier vorwiegend Pinien (Pinus pinaster, Pinus pinea), Flaumeichen (Quercus pubescens), Steineichen, Stieleichen (Quercus petraea) anzutreffen, zu denen sich da und dort Eberesche (Sorbus aucuparia), Birke (Betula pendula) und Buche (Fagus silvatica) gesellen. Unter den Blumenarten sind die Primel, der Ligurische Krokus (Crocus ligusticus), das Tyrrhenische Leimkarut (Silene tyrrhena), das Alpenveilchen (Cyclamen purpurscens), den Hundszahn und die Pfingstrose zu nennen.

Gebirgsregion: 800 – 2000 m ü.d.M.

Die Gebirgsregion beginnt mit den unübersehbaren, dichten Wäldern aus Esskastanien und Buchen, manchmal auch Eichen, und geht in den Bereich der Nadelbäume mit verschiedenen Kieferarten und in den höheren Lagen Lärchenwälder aus, die schließlich von der Mattenzone abgelöst werden. Anzutreffen sind auch Schwarzkiefer, Weißdorn, Heidekraut und viele andere mehr. Die Flora ist reich an Endemismen, vor allem in den Ligurischen Alpen. Eine Besonderheit ist das Vorkommen mediterraner Arten in höheren Gebirgslagen und nordischer Arten in niedrigeren Lagen.

Überlebende der Eiszeit sind das Glockenblumengewächs Phyteuma cordatum balbisii, das als seltenste Pflanze der ligurischen Flora insgesamt gilt, die klein Nelke Moehringia lebrunii, die Soldanelle (Soldanella alpina), das Schlangenmoos und verschiedene Seggenarten, die vorwiegend in der Riserva della Agoraie bei Rezzoaglio zu finden sind.

Fauna

Obwohl die Lebensbedingungen durch den Menschen sehr ungünstig gestaltet werden – zu nennen v. a. Waldbrände, Umweltverschmutzung, Missbrauch von Pflanzenschutzmitteln und nicht zuletzt die Jagd – ist die Tierwelt Liguriens auch heute noch sehr vielfältig. Die ligurische Fauna ist mediterraner Art und zeigt den Einfluss der Provence und der Toskana; andere Arten besitzen Verwandte in weit entfernten, durch das Meer abgetrennten Gebieten.

Meeresfauna

Selten geworden sind Delphine und Pottwale, Meeresschildkröten und verschiedene Haiarten. Unter den Seevögeln findet man Sturmtaucher und Tölpel, und an der Küste, Lach-, Silber- und Schwarzkopfmöwen, sowie den Kormoran. Zu den Zeiten des Vogelzugs halten sich in Ligurien die Seeschwalbe und verschiedene andere Entenvögel auf. In den Sumpfgebieten an den Flussmündungen leben Grau-, Seiden- und Nachtreiher, Stelzvögel usw.

Säugetiere

Die Tierwelt der Hügelstufe ist in ganz Ligurien recht einheitlich; erwähnt seien unten den Säugetieren Fuchs, Steinmarder, Dachs, Siebenschläfer, Igel, Eichhörnchen, Hasen, Gartenschläfer und Wildschwein. Rehe und Damwild sind eingeführt worden.

Vögel

Abgesehen von den vertrauten Vögeln wie Amseln, Finken etc. sind bis hinauf auf die Berge Blaumerle, Schwarzköpfige Grasmücke, Bartgrasmücke, Buntspecht, Wendehals, Kuckuck und Steinrötel anzutreffen. Eulen und Greifvögel sind häufig; Zwergohreule, Steinkauz und Schleiereule leben in der Nähe des Menschen, scheu sind dagegen Waldkauz, Waldohreule und Uhu. Von den Greifvögeln leben in Ligurien Schlangenadler, Mäusebussard, Turmfalke, der Schwarze Milan, der Wespenbussard, Habicht und Sperber;

Reptilien und Amphibien

Die Welt der Reptilien umfasst u.a. Treppennatter, äskulapnatter, Zornnatter, Schlingnatter und Aspisviper. In Höhen über 1800 m löst der schwarze Alpensalamander den Feuersalamander ab. Die lebendgebärende Bergeidechse ist in den höchsten Regionen der Alpen und des Apennin heimisch. Einige nur hier lebende Schwanzlurche findet man in verschieden Höhlen.

Wirbellose

Unter den Schmetterlingen seien die Blutströpfchen erwähnt, die auffälligen Apollofalter und Trauermantel und Bläulinge. Ligurische Besonderheiten sind u.a. der Laufkäfer Chrysocarabus solieri, der Blatthornkäfer Chaentonix robustus liguricus und die Steinfliege leuctra ligurica.

Naturschutzgebiete

Wunderschöne Natur in Ligurien

Da die ligurische Landschaft kein Flachland aufzeigt, gibt es hier keine großen Flüsse sondern nur Wildbäche. Der größte und längste unter ihnen ist der Vara (58 km), der in die Provinz La Spezia und das gleichnamige Tal (Val di Vara) fließt. Weitere Flüsse kommen aus den ligurischen Bergen her und fließen durch die Pianura Padana und münden in den längsten Fluß Italiens, dem Po: Diese heißen Tanaro, Bormida, Scrivia und Trebbia.

In Ligurien befinden sich auch einige kleine Seen, in denen man im Sommer gut schwimmen kann, wenn die Strände überfüllt sind. Diese befinden sich im Hinterland von Genua, Savona und Imperia. Besonders schön sind die kleinen Seen in der Nähe von Rocchetta Nervina (in der Provinz Imperia).

Fast 12% des gesamten ligurischen Gebietes werden von nationalen und regionalen Parks sowie Naturschutzgebieten eingenommen

Die berühmtesten Schutzgebiete sind der Nationalpark der Cinque Terre und der regionale Naturpark von Portofino. Daneben gibt es noch weitere schöne Naturschutzgebiete, wie der sogenannte „Santuario dei Cetacei“ und die Hanbury Gärten. Damit Sie die Natur Liguriens voll und ganz genießen können, haben wir eine kleine Liste mit den wichtigsten Naturschutzgebieten für Sie zusammengestellt – von Weltnaturerbestätten der UNESCO, Seen und Flüssen bis hin zu regionalen und nationalen Parks und Gärten.

Der Nationalpark der Cinque Terre

Der Nationalpark der Cinque Terre ist ein wichtiges Naturschutzgebiet in der Provinz La Spezia. Er gehört zu den UNESCO-Weltnaturerbestätten. Der Park umfasst das Gebiet um die so genannten Cinque Terre und auch ein Teil des Gebietes von Levanto und La Spezia. Charakteristisch für die einzigartige Landschaft ist die steinige Küste, die zum Meer ragt, sowie mittelalterliche Dörfer und eine mediterrane Umgebung.

Betrachtet man die Flora, findet man die typische mediterrane Vegetation, Gewürzpflanzen und Sukkulenten (Fettpflanzen). Der Park wird auch von vielen Säugetierarten, Vögeln, Reptilien und Amphibien bewohnt.

Das Meeresschutzgebiet von Portofino

Dieses Schutzgebiet liegt in der Provinz Genua und ist in drei Bereiche unterteilt. Es ist verboten, dieses Gebiet ohne eine spezielle Erlaubnis mit zu befahren. Das Gebiet von Portofino bis nach San Rocco di Camogli ist besonders reich aus der Sicht der Meeresfauna und in diesen Gewässern können Sie auch die berühmte Statue des „Cristo degli abissi“ (deutsch: Christus der Abgründe) finden.

Santuario dei Cetacei (Walschutzgebiet)

Dieses Gebiet reicht von den Küsten Liguriens, der Toskana, Korsika und Sardinien bis zur französischen Region Côte d’Azur. Es wird von vielen Arten von Meeressäugern, vor allem von Walen und Delfinen besiedelt. Im Sommer werden viele Führungen und Walbeobachtungsausflüge für Touristen organisiert.

Der Regionalpark „Montemacello-Magra“

Der „Parco Regionale di Montemarcello-Magra“ ist ein Teil des Vara-Tal. Dieses Gebiet eignet sich besonders fürs Mountainbiking, Wandern, Canyoning, Rafting und Angeln.

Es gibt auch viele Burgen, die man auch besichtigen kann, wie beispielsweise in Calice di Cornoviglio. Neben einem Museum gibt es dort ein gutes Restaurant.

Die Botanischen Gärten Hanbury

Die botanischen Gärten Hanbury befinden sich im Vorgebirge Mortola, in der Nähe von Ventimiglia, nur wenige Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Die Gärten zeigen einen typischen englischen Stil, während die Landschaft typisch ligurisch und mediterran ist.

Die Gärten wurden im Jahr 1867 im Rahmen eines Projektes von Sir Thomas Hanbury errichtet, einem wohlhabenden englischen Kaufmann, der viele Jahre an der ligurischen Riviera lebte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gärten aufgegeben und später vom italienischen Staat gekauft. Seit 1987 wird die Naturstätte von der Universität von Genua verwaltet.

In den Gärten kann man zahlreiche Arten tropischer und subtropischer Pflanzen, Zitruspflanzen, Gewürzpflanzen und Blumen wie Rosen und Pfingstrosen betrachten. Wenn Sie die Gärten besuchen möchten, beachten Sie, dass die Blütezeit der Pflanzen sehr früh im Frühling beginnt und man die Blumen den ganzen Sommer lang und oft auch länger bewundern kann (der Herbst beginnt deutlich später).

Adresse: Corso Montecarlo, 43 – Ventimiglia

Alta Via dei Monti Liguri

Der sogenannte „Alta Via dei Monti Liguri“ ist ein 442 km langer Weg, der entlang des ligurischen Hinterlands von Ventimiglia bis zur Grenze mit der Toskana geht.

Er ist in 44 Etappen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden unterteilt. Sie können den ganzen Weg zu Fuß zurücklegen, einige Strecken auf dem Pferderücken oder dem Mountainbike sowie einige Etappen mit dem Auto. Der Weg führt durch die Naturparks Beigua, Alpi Liguri, Capanne di Marcarolo und Aveto. Der höchste Punkt ist der Monte Saccarello (2201 m).

Lago di Osiglia

Dieser künstliche See liegt in der Nähe der Stadt Osiglia, im Bormida-Tal. Die Staustufe wurde in den Jahren 1937-1939 erbaut. Der See befindet sich in einem wilden Tal und ist von Wäldern umgeben. Viele regionale Kanu Wettbewerbe finden hier statt.

Laghetti Rocchetta Nervina

Nahe dem Dorf Rocchetta Nervina im Nervia Tal finden Sie einige schöne kleine Seen.

Sie werden die wunderbare Landschaft sowie das kristallklare Wasser der Seen lieben, die an warmen Sommertagen eine herrliche Erfrischung bieten.

Der Fluss Vara und das Vara-Tal

Der Fluss Vara ist der größte Fluss in Ligurien und verläuft durch ein Tal, welches sich bis in das Hinterland von Levanto erstreckt. Das Tal wurde nach dem Fluss benannt (Val di Vara). Es umfasst die Gemeinden Beverino, Bolano, Borghetto di Vara, Brugnato, Cornoviglio, Follo, Pignone, Riccò Del Golfo, Carro, Carrodano, Maissana, Rocchetta di Vara, Sesta Godano, Varese Ligure und Zignano. Die Bewohner des Vara-Tals und dem Gebiet von Varese Ligure leben vor allem von der Landwirtschaft und dem Verkauf von Gemüse. Abgesehen von dem guten Essen, ist das runde Stadtzentrum des Ortes Varese Ligure ebenfalls einen Besuch wert. Während des Sommers finden hier an den Abenden Opernfestspiele statt.

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